btw #263 - Wofür wird Nutzhanf genutzt?

Die Einsatzmöglichkeiten von Nutzhanf sind so breit wie kaum bei einer anderen Kulturpflanze. Je nach Sorte und Anbauverfahren lassen sich verschiedene Produktgruppen aus der Hanfpflanze gewinnen.

Hanffasern für Textilien und technische Produkte: 
Die Bastfasern aus dem Hanfstängel sind äußerst reißfest und feuchtigkeitsabsorbierend. In der Textilbranche werden daraus Kleidungsstücke und Heimtextilien gefertigt, die als besonders strapazierfähig und umweltschonend gelten. Darüber hinaus kommen Hanffasern in der Papierproduktion, in naturfaserverstärkten Kunststoffen und in der Automobilindustrie zum Einsatz.

Hanfschäben für Baustoffe: 
Die holzigen Schäben, die bei der Fasergewinnung als Nebenprodukt entstehen, sind der Grundstoff für Hanfbeton, ein Gemisch aus Hanfschäben und Kalkbinder. Das Material wird als ökologische Dämmung und als Wandbaustoff eingesetzt und gilt wegen seiner CO₂-bindenden Eigenschaften als Vorzeigeprojekt nachhaltiger Architektur. 

Hanfsamen und Hanföl als Lebensmittel: 
Die ölreichen Samen von Nutzhanf werden als Hanfsamen, Hanfsamenöl und Hanfprotein vermarktet. Sie liefern essenzielle Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6 im günstigen Verhältnis) und hochwertige pflanzliche Proteine. Das macht sie besonders für die wachsende vegane und vegetarische Ernährungsszene interessant.

Rohstoffe für Industrie und Kosmetik: 
Hanföl findet sich auch in Kosmetikprodukten, wo es als pflegender Inhaltsstoff geschätzt wird. Hanfbasierte Verpackungsmaterialien gewinnen als Alternative zu konventionellen Kunststoffen an Aufmerksamkeit. Die Breite dieser Anwendungsfelder macht Nutzhanf zu einem der vielseitigsten nachwachsenden Rohstoffe, die in der deutschen Landwirtschaft heute verfügbar sind.

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