Die Entdeckung des Koffeins

Friedlieb Ferdinand Runge interessierte sich schon als Jugendlicher für die Chemie und soll früh mit eigenen Experimenten begonnen haben. Während dieser Zeit soll ihm versehentlich eine geringe Menge des Safts der Schwarzen Tollkirsche ins Auge gelangt sein, was beim jungen Runge eine pupillenvergrößernde Wirkung feststellen ließ.

Diese Beobachtung sollte er während seiner Studienzeit in Jena dann Johann Wolfgang von Goethe vorführen.

Goethe war als Gast von Runges Vorgesetzten an der Universität Jena eingeladen und ging der Vermutung nach, dass Kaffee als Mittel gegen das Gift der Tollkirsche wirken könnte.

Als Dank für das Experiment schenkte Goethe dem Chemie-Studierenden einige Kaffeebohnen und machte den Vorschlag, dass dieser deren chemische Zusammensetzung auf eine wirksame Substanz untersuchen möge.

1819 gelang es Runge schließlich, Koffein aus den Bohnen zu isolieren.  Dementsprechend gilt er auch als der Entdecker des Koffeins.

Unabhängig von Runge konnten französische Apotheker im Jahre 1821 einen ähnlichen Erfolg verzeichnen. In der Folge dieser Entdeckungen wurde 1832 erstmals die chemische Struktur des Koffeins bestimmt und schließlich 1895 von Emil Fischer bestätigt.

Die finale Entschlüsselung seiner Wirkungsweise im Kaffee und Tee wurde aber erst im 20. Jahrhundert erforscht. Entgegen der landläufigen Meinung findet sich Koffein aber nicht nur in Kaffee.

Vielmehr ist es als Wirkstoff auch in Grün- und Schwarztee enthalten. Hier firmiert es häufig unter der Bezeichnung Tein. Es unterscheidet sich von Kaffee-Koffein, da es an Chlorogensäure-Kalium gebunden ist und schnell wirkt, während Tee-Koffein an Polyphenole gebunden ist und langsamer freigesetzt wird.

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