Genau diese Chance bietet naturnahes Gärtnern. Rasendünger, exotisches Ziergehölz und die oft nur einjährigen, gezüchteten Hybridpflanzen kosten. Heimische Stauden hingegen lassen sich wunderbar teilen und an Nachbarn weitergeben, Wildsträucher oft über einfache Stecklinge vermehren. Und auf teure Insektenhotels kann getrost verzichten, wer verdorrte Halme und Büschel den Winter über noch auf den Beeten stehenlässt. Auch darauf, Geld für künstlichen Dünger und Pestizide auszugeben, kann und sollte man verzichten. Je nährstoffärmer, desto größer ist im Allgemeinen die Pflanzenvielfalt. Benzin für den Rasenmäher und Wasser lassen sich ebenfalls sparen: Heimische Arten kommen mit Trockenheit meist wesentlich besser zurecht als exotische und eine üppige Blumenwiese besser als kurzer Rasen. Akkurat gekürzter Rasen ist nicht naturnah, für viele Menschen aber nach wie vor das Schönheitsideal. Manche porkeln gar einzelne Löwenzahnwurzeln aus der streichholzkurz gestutzten Grasnarbe. Übrig b...
Besorgen Sie sich zunächst im Fachhandel oder per Internet eine Wildblumen-Mischung. Achten Sie aber darauf, dass es sich um heimische Arten aus biologischer Produktion handelt. Tragen Sie vorhandene Grassoden dünn ab – eventuell auch nur auf einem abgesteckten Stück, zum Beispiel als kreisrundes „Schmuckbeet“ mitten in der Rasenfläche. Sie können die Erde mit etwas Sand „abmagern“, denn Wildblumen mögen es meist nährstoffarm. Wurzeln und Steine entfernen. Wer die Arbeit mit dem Spaten scheut, kann auch eine dicke Mulchschicht (10 bis 15 Zentimeter) auf den Rasen auftragen, sodass das Gras darunter abstirbt. Lockern und mischen Sie Boden und Sand, bringen Sie die Saatmischung nach den Anweisungen auf der Packung auf und harken Sie sie leicht ein. Gut andrücken mit einer Walze, einer Schaufel oder Brettern unter den Schuhen (Marke Eigenbau). Mindestens vier Wochen feucht halten, damit die Saat keimen kann. Einmal mähen im Jahr reicht Schon im ersten Jahr erf...
Was sollen denn die Nachbarn denken? Ein Garten mit Totholzecke, heimischen Stauden und einem Stück wilder Wiese bedeutet Rettung statt Verwahrlosung, doch viele Menschen zaudern beim Gedanken daran, was wohl das Umfeld zu mehr Wildwuchs sagen wird. Man kann auch ganz klein beginnen, mit einer Blumeninsel. Jeder Quadratmeter zählt. Dort im Hochsommer vom Liegestuhl das bunte Treiben beobachten zu können, ist wunderbar. Klar jedenfalls ist, wer den Garten liebt, weil dann das Leben so herrlich erwacht, sollte diesem Leben auch eine Chance geben. Bild von Kranich17 auf Pixabay